Mitteilung Nr. 33Katharina Gernet |
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Der Name Vladimir Germanoviè Bogoraz (1865-1936) – deutsche Version:
Waldemar Bogoras, literarisches Pseudonym: N.A. Tan – ist eng mit der revolutionären
Bewegung in Rußland verknüpft. Er steht für wesentliche Teile der Geschichte
von Narodnaja volja (Der Volkswille), einer streng verfolgten Untergrundorganisation,
deren Aktionen die Stimmung im zaristischen Rußland des späten 19. Jahrhunderts
stark bestimmte. Jedoch nicht nur als politischer Agitator, sondern auch
als Wortkünstler tritt Bogoraz aus den Reihen seiner Zeitgenossen hervor.
In jungen Jahren verschlug es Bogoraz als politische persona non grata
für ein Jahrzehnt (1989-1998) nach Jakutien. Unter dem Eindruck eines ungekannt
rauhen Lebens jenseits des Polarkreises wandte er sich hier der belletristischen
Dichtung zu. Es wurde der Grundstein für verschiedene, teilweise erst später
veröffentlichte Werke gelegt, darunter lyrische Texte, Erzählungen und
Romane.
Die Tätigkeit des Schriftstellers stand unter dem Einfluß eines besonderen
Umstandes. So war Bogoraz nicht nur Revolutionär und Poet: er ging auch
ethnographischen Studien nach. In Sibirien erwachte sein Interesse an der
lokalen Bevölkerung. Er begann, sich eingehend mit verschiedenen indigenen
Kulturen des Nordens zu beschäftigen. Viele seiner Beobachtungen fanden
Eingang in seine dichterischen Texte. Auf das deskriptive völker- und volkskundliche
Material, das er im Rahmen seines ersten, zwangsweisen Aufenthaltes im
hohen Norden und auch später, während einer freiwilligen zweiten Reise
in den Fernen Osten Rußlands sammelte, wird von Fachleuten noch heute zurückgegriffen.
Insbesondere seine Arbeiten über die Kultur der Tschuktschen gelten als
Standardwerke innerhalb der Ethnographie der nordostasiatischen Völker.
Die vorliegende Publikation zeichnet das Leben von Bogoraz entlang
herausragender Daten und Ereignisse nach. Außerdem ist eine umfassende
Liste seiner Publikationen, sowie eine Übersicht zur Literatur über sein
Leben und Werk beigefügt.